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Menschen mit Demenz und Angehörige



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Yverdon-les-Bains, den 6. November 2006

Sparübung des Departementes von Bundesrat Couchepin zu Ungunsten von Patienten mit Demenzerkrankungen

Bisher übernahm die obligatorische Krankenversicherung (bei Patienten im Alter bis zu 70 Jahren) die Kosten für PET-Untersuchungen (Positronen-Emission-Tomographie), mit welchen schon in einem frühen Stadium eine Demenzerkrankung zuverlässig diagnostiziert werden kann. Nun wurde diese Leistung kommentarlos aus der Leistungsverordnung (KLV) gestrichen. Eine Sparübung, welche die Falschen trifft und im Gegensatz steht zu den prioritären Bemühungen der Schweizerischen Alzheimervereinigung, die Frühdiagnose zu fördern.

DEMENZ – ZAHLEN UND FAKTEN FÜR DIE SCHWEIZ
In der Schweiz leben 96’000 Menschen mit einer Demenzerkrankung (Basis: Bevölkerungs-Statistik 2004). Pro Jahr kommen 22’000 neue Fälle dazu. Mehr als 300’000 Angehörige sind während durchschnittlich 10 Jahren direkt betroffen. Aber: Nur 1 von 3 Kranken hat eine Diagnose der Demenzkrankheit (nationale Umfrage aus dem Jahre 2003, durchgeführt zusammen mit gfs.bern). In 1 von 3 Fällen besteht ein Verdacht auf Demenz. Das heisst, dass der Patient, die Patientin und deren Angehörige mit den Symptomen und Konsequenzen der Krankheit leben müssen, ohne zu wissen was los ist.

IST EINE DIAGNOSE SINNVOLL, WENN ES NOCH KEINE HEILUNG GIBT?
Diagnose, Frühdiagnose bedeutet die Möglichkeit eine medizinische Therapie zu starten, die den Verlauf verzögern kann, die richtige Hilfe und Betreuung zu suchen und das Leben mit Demenz zu planen. Der Kranke kann noch selber Entscheide treffen für die Zukunft (z.B. Vollmachterteilung, Patientenverfügung, Klärung von Fragen im Zusammenhang mit einem Pflegeheimeintritt, etc). Aber vor allem wissen der Kranke und seinen Angehörigen dank der Diagnose, woher die Probleme, mit welchen sie konfrontiert sind, kommen (kognitive Probleme und vor allem Veränderungen in Verhalten und Beziehung). Kranke und Angehörige sagen: die schlimmste Zeit war vor der Diagnose, bevor wir gewusst haben.

Aber auch unter einem anderen Gesichtspunkt sind Medikamente und Aufklärungsinstrumente (z.B. PET) wichtig und sinnvoll, auch wenn sie vielleicht nur beschränkt wirksam sind. Sie machen es für Hausärzte und Patienten möglich, sich mit dem Thema zu beschäftigen, es nicht einfach totzuschweigen: Man kann etwas tun, es gibt ein Leben mit Demenz. Ein Hausarzt, welcher die Diagnose selber nicht eindeutig stellen kann, wird den Patienten, die Patientin zur Differentialdiagnose an einen Spezialisten überweisen.

ENTSCHEIDEN TUN ANDERE - DIE BETROFFENEN HABEN NICHTS ZU SAGEN.
Der Entscheid erfolgte offenbar auf Antrag der Krankenkassen und wurde in der Leistungskommission des BAG diskutiert. Die direkt Betroffenen wurden nicht angehört. Dieses Vorgehen ist inakzeptabel.
Welche Einsparungen diese Streichung tatsächlich bringt, ist nicht klar. Hingegen kann schon heute mit Sicherheit gesagt werden, dass fehlende, falsche oder unrichtige Demenzdiagnosen zu beträchtlichen Folgekosten führen werden. Diese vermeintliche Sparübung zeugt von wenig Sachkunde und kann sich rasch als Bumerang erweisen. Ganz grundsätzlich ist auch hier wieder einmal festzustellen, dass ein Abbau der Leistungen auf dem Buckel der Schwächsten unserer Gesellschaft erfolgt, die sich nicht selber wehren können.

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