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Stellungnahme zu den Alzheimer-Medikamenten
Im Juni dieses Jahres wurden die Ergebnisse der Studie «Long-term treatment in 565 patients with Alzheimer's disease (AD2000): randomized double-blind trial» insbesondere im Lancet veröffentlicht. Dies hat eine lebhafte Debatte in allen betroffenen Kreisen ausgelöst. Die Kritiken richteten sich besonders gegen die Methode und die Aufmachung der Studie und zogen die Ergebnisse der Studie ernsthaft in Zweifel.
Die Schweizerische Alzheimervereinigung, welche die Interessen der Kranken und ihrer Angehörigen vertritt, nimmt zu diesem Thema wie folgt Stellung:
- Es ist Sache der Hausärzte, der Kranken und ihrer Angehörigen, die Wirksamkeit des Medikaments zu beurteilen.
- Zahlreiche andere Studien über diese Medikamente kommen zu ausreichend positiven Ergebnissen, um Kranken mit leichter und mittelschwerer Demenz die Behandlung mit Cholinesterasehemmern zu empfehlen.
- Für Kranke und Angehörige muss die Wirksamkeit des Medikaments darin liegen, den Krankheitsverlauf zu verbessern, zu stabilisieren oder aufzuhalten, um die Lebensqualität für den Kranken und seine Angehörigen zu erhalten. Die Wirksamkeit eines Medikaments kann und darf nicht an einer verzögerten Heimeinweisung gemessen werden.
- Bei der Behandlung mit diesen Medikamenten bestehen die erwarteten Auswirkungen für Kranke und Angehörige darin, Zeit zu gewinnen und die Lebensqualität zu erhalten.
- Seit der Einführung von Cholinesterasehemmern hat der Anteil der Demenzkranken mit Diagnose zugenommen. Die Ärzte und ihre Patienten haben nicht länger den Eindruck, nichts tun zu können und gehen häufiger Themen wie kognitive Probleme und Demenzkrankheiten an. Dennoch haben nur ein Drittel aller Demenzkranken in der Schweiz eine Demenzdiagnose. Ein solcher Anteil wäre für andere Krankheiten unvorstellbar. Ohne Diagnose müssen Kranke und ihre Angehörigen mit den Krankheitssymptomen und deren dramatischen Auswirkungen leben, ohne zu wissen worum es sich handelt! Die psychologischen Auswirkungen der Medikamente sind wichtig.
- Die Schweizerische Alzheimervereinigung ist besonders befremdet über die Aussagen, die das Recht auf medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlungen für Demenzkranke in Zweifel ziehen, weil diese Behandlungen ältere Menschen betreffen, die der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Diese Aussagen sind umso schockierender, als es sich um Menschen handelt, die sich nicht wehren können.
Yverdon-les-Bains, 20. September 2004
letztes Up-date: 16. August 2007 zurück
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