Medienmitteilung - Yverdon-les-Bains, den 5. Juni 2009
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Motion 1, Jean-François Steiert: Steuerbarkeit der Demenzpolitik I
Motion 2, Reto Wehrli: Steuerbarkeit der Demenzpolitik II
Begründungen
Präsidentenwechsel in der Schweizerischen Alzheimervereinigung und zwei parlamentarische Motionen
Am 5. Juni 2009 wurde Dr. Ulrich E. Gut aus Küsnacht (ZH) zum neuen Präsidenten der Schweizerischen Alzheimervereinigung gewählt. Gleichzeitig haben die Nationalräte Jean-François Steiert (SP), Mitglied des Zentralvorstandes der Schweizerischen Alzheimervereinigung und Reto Wehrli (CVP) zwei Motionen ein-gereicht, die von 116 Nationalrätinnen und Nationalräten mit unterzeichnet wur-den. Sie fordern den Bundesrat auf, eine nationale Demenzpolitik zu erarbeiten.
Präsidentenwechsel
Eine nationale Alzheimer-Strategie fordert auch der an der Delegiertenversammlung der Vereinigung neu gewählte Präsident, Dr. Ulrich E. Gut (57). Früher unter anderem in Beschäftigungs- und Jugendprojekten engagiert, stellt er fest: «Ich befinde mich in einer Lebensphase, in der es für mich auf der Hand liegt, dass ich meine Kompetenzen und meine Zeit für eine Sache wie die Demenzproblematik einsetzen muss.» Ulrich E. Gut löst Myrtha Welti ab. Während ihrer Amtszeit hat die Vereinigung ihre Öffentlichkeits- und Sensibilisierungsarbeit intensiviert und wird heute in der gesundheitspolitischen Dis-kussion als ernstzunehmender Partner anerkannt und wahrgenommen.
Parlamentarische Vorstösse für eine nationale Demenzpolitik
Die Nationalräte Jean-François Steiert (SP) und Reto Wehrli (CVP) haben zwei Motio-nen eingereicht, die von 116 Nationalräten mit unterzeichnet wurden und den Bundesrat auffordern, zusammen mit den Kantonen und den betroffenen Organisationen eine nati-onale Demenzpolitik zu erarbeiten.
Einerseits müssen die Grundlagen für eine schweizerische Demenzpolitik, für mehr Pa-tientengerechtigkeit und Effizienz zur Verfügung gestellt werden. Nationalrat Steiert stellt fest: «Der Bund soll das Heft in die Hand nehmen, um gemeinsam mit den Kantonen sowie den betroffenen Organisationen die notwendigen Datengrundlagen zu schaffen, um ein dauerhaftes Monitoring der in der Schweiz von Demenzpathologien verursachten individuellen und gesellschaftlichen Kosten zu ermöglichen.»
Anderseits braucht es eine koordinierte Demenzpolitik sowie eine gemeinsame Strategie von Bund und Kantonen. Nationalrat Wehrli hat dabei folgende Priorität hervorgehoben: «Statt juristischer Gefechte Über die Verantwortlichkeiten braucht die Schweiz rasch eine gemeinsame Strategie aller Verantwortlichen » sei es die öffentliche Hand auf den ver-schiedenen betroffenen Ebenen oder die privaten Organisationen für eine gemeinsa-me Demenzpolitik. Den Anstoss dazu kann realistischerweise nur der Bund geben.»
Begründungen für die beiden Motionen sind unter anderem folgende alarmierende Fak-ten: Über 100'000 Menschen mit Demenz leben heute in der Schweiz, wovon nur ein Drittel eine Diagnose hat. 60% der Kranken leben zu Hause, wo sie von pflegenden An-gehörigen betreut werden. Die Zahl demenzkranker Menschen erhöht sich stetig (im Jahr 2050 werden es 300'000 sein), gleichzeitig nimmt die Zahl der zur Verfügung ste-henden freiwilligen Pflegenden aber ab. Damit verbunden ist eine massiv steigende Nachfrage nach kostspieligen institutionellen Betreuungsplätzen und eine Kostenexplosion.
Die Schweizerische Alzheimervereinigung begrüsst diese politischen Vorstösse im Sin-ne ihres Manifestes « Priorität Demenz », das sie am 15. Mai dem inzwischen ernannten Direktor des BAG, Pascal Strupler, mit den ersten 15'000 Unterschriften übergeben hat.
Birgitta Martensson, Geschäftsleiterin, 079 679 21 19
Ulrich E. Gut, Präsident, 079 422 29 49
Jean-François Steiert, Nationalrat SP, 079 204 13 30
Reto Wehrli, Nationalrat CVP, 079 502 77 84
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