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Wie können wir Sie unterstützen?

Demenz wird auch als die Krankheit der Angehörigen bezeichnet. Tatsächlich ist ihre emotionale und körperliche Belastung enorm hoch. Und sie bleibt es. Was zu Beginn der Krankheit noch gut möglich ist, wird mit der Zeit zur Belastung. Es ist deshalb wichtig, Hilfe zu holen, bevor man der Aufgabe nicht mehr gewachsen ist.

 

Die häufigsten Fragen, die begleitende und pflegende Angehörige beschäftigen, haben wir nachfolgend aufgelistet und beantwortet.

 

Wenn Sie eine persönliche Beratung wünschen, zögern Sie nicht uns anzurufen (024 426 06 06) oder mit der Info- und Beratungsstelle Ihrer kantonalen Sektion Kontakt aufzunehmen.

 

1. Ich befürchte, dass mein Partner Demenz hat, aber er will nicht zum Arzt. Wie kann ich ihn überzeugen, dies abklären zu lassen?

Vergesslichkeit kann durch verschiedene gesundheitliche Probleme hervorgerufen werden. Wenn man weiss, was die Ursache ist, kann man es auch richtig behandeln. 

Es wäre schade etwas zu verpassen.

 

Sagen Sie ihm, wie wichtig es ist für Sie Klarheit zu bekommen, und dass Sie ihn zum Arzt begleiten möchten.

 

Informieren Sie den Hausarzt über Ihre Beobachtungen und Ihre Befürchtungen. Äussern Sie Ihren Wunsch nach Abklärung. Er kann so beim nächsten Termin das Thema ansprechen und gezielt Untersuchungen einleiten. 

 

Weitere Informationen unter: Demenzkrankheiten

Infoblatt Abklärung und Diagnose einer Demenz

 

2. Welche Angebote zur Entlastung gibt es?

Es gibt:

  • Angebote zur Hilfe im Alltag: Mahlzeitendienst, Fahrdienst, Hilfe bei Haushaltarbeiten und Einkaufen, administrative Unterstützung usw.
  • Angebote zur Entlastung pflegender Angehörige: Betreuungsdienste, Tages- und Nachtstätten, Besucherdienste, Ferienbetten, Alzheimerferien usw.

Die Info- und Beratungsstelle Ihrer kantonalen Sektion informiert Sie gerne über die Entlastungsangebote in Ihrer Region. Sie können sich ebenfalls bei der Spitex, Pro Senectute und dem Roten Kreuz erkundigen, welche Dienstleistungen sie in Ihrer Nähe anbieten.

 

Fangen Sie zunächst nur mit einem Entlastungsangebot an, welches für Sie am hilfreichsten scheint, damit Ihr demenzkranker Angehöriger Zeit hat, sich an die Veränderung zu gewöhnen. Weitere Angebote können dann nach und nach in den Alltag eingebaut werden.

 

Infoblatt Entlastung für pflegende Angehörige


Zu den Webseiten der genannten Dienstleister:

www.spitex.ch

www.spitexprivee.ch

www. pro-senectute.ch

www.redcross.ch / Angebote für pflegende Angehörige (SRK)

 

Weitere Infos unter: Angebote und Leben mit Demenz

Infos zu finanziellen und rechtlichen Fragen finden Sie unter diesem Link

Infos zu den Alzheimerferien

 

3. Wie kann ich meine an Demenz erkrankte Mutter dazu bringen, Hilfe von Aussen anzunehmen?

An Demenz erkrankten Menschen fehlt oft die Krankheitseinsicht. Sie nehmen den Verlust ihrer Selbständigkeit im Alltag nicht wahr und sehen nicht ein, dass Sie Hilfe brauchen.

 

Einige Handlungsvorschläge:

  • Wenn Ihre Mutter bestreitet, Schwierigkeiten zu haben, bringt es nichts ihr zu widersprechen.
  • Geben Sie ihr zu erkennen, dass Sie ihren Wunsch, so lange wie möglich zu Hause zu bleiben, unterstützen.
  • Sprechen Sie mit den anderen Angehörigen zusammen ab, was am Wichtigsten ist, wer was macht und welche Unterstützung nötig ist. Wenn Veränderungen eintreten, ist eine neue Standortbestimmung notwendig.
  • Die Angehörigen sollten vermeiden, Ihre Mutter mit widersprüchlichen Ansichten zu verwirren.
  • Sucnen Sie nach Kompromisslösungen, die für Ihre Mutter akzeptabel sind.
  • Führen Sie Argumente an, die Ihre Mutter zu überzeugen vermögen wie z.B.:

Im Alter, bei Schmerzen oder Müdigkeit darf man wohl etwas Hilfe von aussen beanspruchen.

Wenn regelmässig jemand vorbeikommt, weiss die Familie sie in Sicherheit und macht sich weniger Sorgen.

Der betreuende Angehörige braucht Entlastung.

  • Sprechen Sie mit dem Hausarzt. Richten Sie es wenn möglich so ein, dass Sie (oder eine andere nahestehende Person) Ihre Mutter bei den Arztbesuchen begleiten können.
Es geht darum, einen Weg zu finden, der Ihrer Mutter möglichst viel Autonomie gewährt, ohne ihre Gesundheit und Sicherheit ernsthaft zu gefährden. Wenn die Risiken zu gross werden und Ihre Mutter keine Hilfe annimmt, sollten Sie das weitere Vorgehen mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen.

 

 

4. Mein Partner wird zunehmend aggressiv. Was kann ich tun? Wie kann ich mich schützen?

Häufig ist Überforderung der Auslöser von Aggressivität, sei dies bei Menschen mit Demenz oder überhaupt. Wer sich unverstanden oder missachtet fühlt, mag gereizt sein, sich ereifern und unter Umständen handgreiflich werden. Unsere Infoblätter bieten zahlreiche Tipps, wie der Aggressivität entgegengewirkt werden kann und viele andere weiterführende Informationen.

 

Infoblatt: Mit Aggressionen umgehen

 

5. Mein Partner will nicht in eine Tagesstätte, aber ich brauche unbedingt einen Tag Verschnaufpause. Was kann ich tun?

Die Ablehnung kann von der Angst vor Neuem kommen. Nach der ersten Überwindung wird oft beobachtet, dass die erkrankte Person gerne mitmacht. Tagesstätten bieten heute oft viele Aktivitäten an, die Freude machen und welche die individuellen Fähigkeiten nutzen. 

Einen Versuch zu organisieren lohnt sich! Als erster Schritt kann man zusammen die Tagesstätte besuchen und einen Schnuppertag vorschlagen.  Wenn das Weggehen von zu Hause schwer fällt, kann ein Abholdienst eine Lösung sein.

 

Falls die erkrankte Person sich weiterhin gegen die Tagesstätte wehrt, gibt es auch die Möglichkeit, eine Ablösung durch einen Besuchs- oder Entlastungsdienst zu organisieren. 

 

Weitere Informationen unter: Unterstützung und Entlastung

 

6. Mein Vater findet manchmal den Weg nach Hause nicht mehr und wir mussten ihn schon suchen. Wissen Sie, wo man GPS-Ortungsgeräte findet? 

Ein Personenortungsgerät könnte bei der Suche nach Ihrem Vater gute Dienste leisten. Wenn das Gerät Ihrem Vater mehr Freiheit, Sicherheit und Lebensqualität gewährt, kann es ethisch vertretbar sein.

Gerne stellen wir Ihnen unverbindlich Adressen von Firmen zur Verfügung, die Personenortungsgeräte für Menschen mit Demenz anbieten:

 

Adressen zum Bezug von Geräten mit Personenortung mit GPS/GSM

Das Dokument enthält ebenfalls rechtliche und ethische Überlegungen beim Einsatz von Personenortungsgeräten und eine Vergleichsliste mit den Namen der Geräte, einer kurzen Beschreibung und den Preisen.

 

Es gibt weitere Hilfsmittel, die zur Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag demenzkranker Menschen beitragen können.

Mehr Infos dazu:

 

Infoblatt Mit Hilfsmitteln den Alltag vereinfachen 

Adressen zum Bezug von Hilfsmitteln

 

Weitere Informationen unter: Praktische Unterstützung im Alltag 

 

7. Welche Medikamente sind sinnvoll?

Es gibt verschiedene Demenzkrankheiten. Welche medikamentöse Therapie sinnvoll ist hängt von der Demenzkrankheit ab, wie auch vom weiteren Gesundheitszustand. 

Bei der Alzheimer-Krankheit werden sogenannte Antidementiva eingesetzt, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können. Man unterscheidet zwischen der Gruppe der Cholinesterase-Hemmer, die bei Krankheitsbeginn eingesetzt werden, und Memantin, das im mittleren und fortgeschrittenen Stadium die Hirnleistung fördert.

Da im Vorfeld von Demenzerkrankungen häufig Depressionen auftreten, können auch Antidepressiva Teil der Behandlung sein. Bei Verhaltensauffälligkeiten kommen gelegentlich Neuroleptika zur Anwendung, allerdings nur kurzfristig und in geringen Mengen. 

 

Die folgenden Infoblätter finden Sie unter diesem Link:

  • Medikamente zur Behandlung einer Alzheimer-Krankheit
  • Behandlung von Stimmungs- und Verhaltensstörungen
  • Häufige Demenzkrankheiten: Alzheimer-Krankheit und vaskuläre Demenz
  • Seltene Demenzkrankheiten
  • Frontotemporale Demenz
  • Lewy-Körper-Demenz
Weitere Informationen unter: Demenzkrankheiten

 

8. Wo erhalte ich Informationen zu finanziellen und rechtlichen Fragen?

Das Alzheimer-Telefon und die Info- und Beratungsstellen der Sektionen helfen Ihnen gern weiter bei rechtlichen und finanziellen Problemen. 

Weitere Informationen zu dieser Thematik unter Leben mit Demenz

 

Folgende Infoblätter finden Sie unter diesem Link:

  • Finanzielle Ansprüche bei Demenzkrankheiten
  • Mit einem Vorsorgeauftrag die Zukunft planen
  • Eine Patientenverfügung erstellen
  • Mit einem Testament oder Erbvertrag vorsorgen

Weitere Informationen erhalten Sie bei den folgenden Einrichtungen:

www.pro-senectute.ch (60 Jahren)

www.proinfirmis.ch (vor dem Rentenalter)

www.procap.ch (vor dem Rentenalter)

www.uba.ch (Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter)

 

9. Wann ist ein Umzug ins Pflegeheim angezeigt? Auf was muss ich achten bei der Auswahl des Heimes? 

Der Eintritt in ein Pflegeheim ist dann angezeigt, wenn die Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist, weil zum Beispiel eine 24-Stunden Betreuung nötig ist oder die Person sich selbst oder andere gefährdet. 

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Infoblatt „Den Heimeintritt ins Auge fassen“. Mögliche Kriterien für die Auswahl der Institution finden Sie im Beiblatt „Leitfaden für den Heimeintritt“. Zusätzlich geben Ihnen das Alzheimer-Telefonteam unter der Nummer 024 426 06 06 oder die Anlauf- und Beratungsstelle Ihrer kantonalen Sektion gerne Auskunft und beraten Sie.

 

Infoblatt: Den Heimeintritt ins Auge fassen

 

10. Meine Mutter ist unglücklich im Heim und will an den alten Wohnort zurück. Was soll ich tun?

Es kommt darauf an, wie lange sie schon dort ist und wo die Probleme liegen. Ein paar Wochen Zeit um sich einzuleben sind sicher nötig. Welchen Eindruck haben die Angehörigen vom Heim? Sie können ein Gespräch mit dem Pflegeteam, der Heimleitung oder einer Betreuungsperson anfordern um abzuklären, woran es liegen könnte und was zur besseren Integration getan werden könnte.

Das Bedürfnis, „nach Hause“ zu wollen gehört zur Demenz und verschwindet oft auch zu Hause nicht, aber es kann zurückgehen, wenn ein gutes Geborgenheitsgefühl entsteht. Es ist wichtig, die möglichen Optionen zu prüfen und nicht voreilig zu handeln.

 

Das Alzheimer-Telefonteam unter der Nummer 024 426 06 06 oder die Info- und Beratungsstelle Ihrer kantonalen Sektion informieren und beraten Sie gerne.