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Versorgung in der Schweiz

Demenz im Akutspital

Menschen mit Demenz zeigen nach einem Spitalaufenthalt häufig stärkere Symptome als vor dem Eintritt. Sie entwickeln auch häufiger ein Delir und wegen der Schwierigkeiten in der Kommunikation kann es zu Fehlbe­hand­lungen kommen. Alzheimer Schweiz hat 2016 eine Befragung bei Akut­spitälern durchgeführt.
 
Der Schlussbericht zeigt, dass die Spitäler sind sich der Problematik bewusst sind. Eine Mehrheit der Befragten beurteilt demenzspezifisches Wissen und Weiterbildung als sehr wichtig. Zudem erachtet die gesamte teilnehmende Ärzteschaft die Angehörigen als wichtige Informationsquelle. Mehr dazu
 
Menschen mit Demenz in Schweizer Pflegeheimen
Die RAI-Daten von 2012 (s. unten) zeigen, dass zwei Drittel der Bewohner­innen und Bewohner in Pflegeheimen von Demenz betroffen sind. Dies stellt die Heime und insbesondere das Personal vor vielfältige Herausforderungen, denn die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz ist aufwändig und anspruchsvoll. Die Zahlen zeigen auch, dass Heimbewohnerinnen und -be­wohner mit Demenz häufiger als die restlichen Patientinnen und Patienten mit risikoreichen Medikamenten behandelt werden. Mehr dazu
 
Studien zur Grundversorgung (Klicken Sie auf die einzelnen Zeilen)
 
Auswertung von RAI-Daten (2012)

Alzheimer Schweiz ist interessiert an möglichst robusten Daten zum Ausmass und zur Situation von Menschen mit einer Demenz in der Schweiz. Im RAI-System wird beim Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim und in halbjährlichen Abständen ein klinisch-pflegerisches Assessment nach international anerkannten Standards durchgeführt. Die Assessmentdaten werden elektronisch gespeichert und stehen damit grundsätzlich auch für Forschungsfragen zur Verfügung. Im Auftrag der Schweizerischen Alzheimervereinigung wurden Daten von über 26'000 Bewohnerinnen und Bewohner ausgewertet.

Mangelndes Angebot an Tagesstätten (2006)
Demenzspezifischen Tagesstätten decken in der Schweiz nur 12% des Bedarfs ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Alzheimer Schweiz unter 124 Tagesstätten für Menschen mit Demenz. Sie lieferte 2006 erstmals Informationen zu den Strukturen und zur Anzahl der verfügbaren Plätze. Ein typisches Schweizer Tageszentrum, das demenzkranke Menschen aufnimmt, verfügt über 11 Plätze für 10 Besucher pro Tag. Es ist an fünf Tagen pro Woche von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Damit kann der Bedarf von etwa 27 Menschen mit Demenz gedeckt werden, die das Tageszentrum an 2 Tagen pro Woche besuchen. Um den Gesamtbedarf zu decken, müsste es 980 solcher Tageszentren geben.
Die Situation hat sich inzwischen dank dem zunehmenden Bewusstsein bezüglich der spezifischen Bedürfnisse der Menschen mit Demenz sichtbar verbessert.